Infotafel – Geschichte der Burg Wehrstein
| 722 | Fischingen und Empfingen werden erstmals urkundlich genannt. |
| ~1120/30 | Schenkung Marquards von Wehrstein an das Kloster Hirsau – Marquard dürfte der Erbauer der Burg Wehrstein sein |
| 1237 | Der edelfreie Hugo von Wehrstein, Gefolgsmann des Grafen Burkard von Hohenberg, wohnt der Gründung des Klosters Kirchberg bei |
| 1280 | Erste urkundliche Erwähnung der Burg Wehrstein |
| 1323/24 | Infolge einer Fehde gegen ihre eigenen Dienstherren, die Grafen von Hohenberg, verlieren die Herren von Wehrstein ihre Burg |
| 1331/41 | sind die Grafen von Hohenberg im Besitz der Burg Wehrstein |
| 1373/75 | Die Hohenberger verpfänden Burg und Herrschaft Wehrstein an die Herren von Weitingen |
| 1381 | Herzog Leopold von Österreich kauft von Graf Rudolf III. von Hohenberg dessen gesamte Herrschaft, zu der auch Wehrstein gehört. Österreich bleibt Oberlehensherr bis 1806. |
| 1400 | Die Herrschaft Wehrstein wird an Burkard von Mansperg verpfändet. Das Pfand wird zu einem Lehen umgewandelt. |
| 1419 | Die Herrschaft Wehrstein gelangt erneut an die Herren von Weitingen |
| 1516/19 | Die Grafen von Zollern kaufen erstmals die Herrschaft Wehrstein |
| 1525 | Bauernkrieg. Die Burg Wehrstein bleibt unversehrt. |
| 1528 | Graf Christoph von Nellenburg – Tengen (✝1539) erwirbt die Herrschaft Wehrstein. |
| 1552 | Graf Jos Niklas von Zollern erwirbt Schloss und Herrschaft Wehrstein endgültig für das Haus Hohenzollern. Mit dem Aussterben der Zollerschen Linie Haigerloch-Wehrstein (1634) kommt Wehrstein nicht zu Hechingen sondern zu Hohenzollern Sigmaringen. |
| bis 1585 | Die Herrschaft Wehrstein wird von einem Vogt mit Sitz auf Wehrstein verwaltet. |
| 1643 | Die Burg Wehrstein wird während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 – 1648) durch kurbayrische Truppen größtenteils zerstört. |
| 1806 | Die österreichische Oberlehensherrschaft erlischt und Wehrstein geht ganz in den Besitz des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen über. |
| 1842 | An der Burgruine werden größere Reparaturen durchgeführt. |
| 1850 | Hohenzollern mit der Herrschaft Wehrstein wird preußisch. |
| 1973 | Fischingen mit der Ruine Wehrstein kommt zum Landkreis Rottweil. |
| 2003 | Gründung des Freundeskreises “Burgruine Wehrstein.“ |
| 2006 | Der Empfinger Schotterwerksbesitzer Alois Gfrörer kauft die Ruine Wehrstein. |
| 2008 | Restauration der Außenmauer (Südwestmauer) der Rüstkammer (Bauabschnitt 1 und 3) |
| 2009 | Am 30.Juli 2009 wird der Förderverein Burgruine Wehrstein gegründet. |
| 2009/2011 | Umfassende Restauration von Rundturm, Kaminwand und Bastion (Bauabschnitte 2, 4 und 5) |
| 2015 | Plan zu einer professionellen Überdachung der Bastion (Bauabschnitt 6) |
Vom Freundeskreis zu Förderverein
Im Herbst 2003 hat sich ein Freundeskreis aus geschichtsbewussten und heimatverbundenen Männern zusammengefunden, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Burgruine Wehrstein, dieses regional und baugeschichtlich bedeutende Kulturdenkmal in seiner Bausubstanz zu erhalten, die Anlage zu pflegen und die Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte von Wehrstein zu dokumentieren. Dass die Anlage als Kulturdenkmal erhaltenswert ist, bestätigte das Landesdenkmalamt 1990. Es schrieb dazu:
Der Burgruine Wehrstein kommt regionalgeschichtliche Bedeutung zu. Zudem ist sie ein aussagekräftiges Zeugnis mittelalterlichen Burgenbaus. Die Burgruine Wehrstein ist ein Kulturdenkmal aus wissenschaftlichen, vor allem regionalgeschichtlichen und baugeschichtlichen Gründen.
Ihre Erhaltung liegt insbesondere wegen ihres dokumentarischen Wertes im öffentlichen Interesse. (Stand Februar 1990)
Bei einer Bestandsaufnahme im Frühjahr 2004 bot sich ein erschreckendes Bild. Die Ruine und die gesamte Anlage befand sich in einem besorgniserregenden Zustand:


- Aus der mächtigen zweischaligen Mauer an der Nordwestseite waren bergseits zwei große Löcher heraus gebrochen. Die Steine und das Füllmaterial lagen meterhoch am Boden. An der Mauerkante war ein handbreiter Riss entstanden, so dass die Wand in absehbarer Zeit ins Tal zu stürzen drohte.
- Am Rundturm beim Eingang zur Ruine, waren zahlreiche Quadersteine locker und teilweise schon herabgefallen.
- Die etwa 10m hohe Kaminwand auf dem Palas war im oberen Bereich einsturzgefährdet und sollte dringend gesichert werden.
- Das Tonnengewölbe im „Bastionsbau“ war zum Teil eingestürzt.
- Das gesamte Ruinengelände war mit herumliegenden dürren und morschen Bäumen bedeckt. Wild wucherndes Gestrüpp, Müllhaufen und herabgefallene Steine machten ein Begehen der Ruine unmöglich.
Eine schier unlösbare Aufgabe, was sowohl die finanziellen Aufwendungen als auch zeitliche Inanspruchnahme betraf. Aber die Männer des Freundeskreises gingen sofort mit viel Engagement zu Werke.

Nach gründlichen Beratungen mit dem Eigentümer, dem Denkmalamt, mit Burgenspezialisten und anderen Fachleuten ging man an die Arbeit. Unaufschiebbare Sicherungsmaßnahmen an stark einsturzgefährdeter Bauteilen wurden unter Mithilfe zahlreicher freiwilliger Helfer aus Empfingen und Fischingen durchgeführt. Auf dem Gelände wurden marode Bäume gerodet und entfernt. Gestrüpp wurde verbrannt, Müllhaufen entsorgt und Steine sortiert.
Das Denkmalamt, die fürstliche Hofkammer in Sigmaringen, der neue Eigentümer Alois Gfrörer und zahlreiche Sponsoren unterstützten den Freundeskreis.
Heute wird aus allen Bevölkerungsteilen großes Interesse an der Burgruine signalisiert. Die Presse berichtet regelmäßig über die Aktivitäten. Selbst der Rundfunk war in letzter Zeit dreimal auf der Ruine. In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis beziehen Schulklassen die Burgruine in ihren Projektunterricht mit ein. Wandergruppen und Vereine wählen sie als Ausflugsziel und viele Familien besuchen sie bei ihrem sonntäglichen Spaziergang.
Eine übersichtliche und zeitgemäße Informationstafel mit historischen Daten und einer dreidimensionalen Darstellung der einstigen Burganlage, hergestellt und gespendet von einem Mitglied des Freundeskreises (Friedrich Werth, Designbüro), hilft jedem Besucher sich schnell auf der Ruine zurechtzufinden.
Aus dem Freundeskreis gründete sich 2009 der Förderverein „Burgruine Wehrstein e.V.“
Die Vorstandschaft wurde in der Gründungsversammlung vom 30. Juli 2009 wie folgt gewählt:
| 1. Vorsitzender: | Breisinger, Hubert |
| 2. Vorsitzender: | Kreher, Ralf |
| Schriftführer: | Schon, Konrad |
| Kassierer: | Schon, Michael |
| Beisitzer: | Schwarz, Christian |
| Kaupp, Bruno | |
| Reich, Günther |